Rock wie Hose

Rosa mit Glitzer oder blau mit Sportmotiv  – wir hören solche Beschreibungen und schon meinen wir zu wissen: Mädchen oder Junge. Doch was passiert, wenn ein Junge sich einen rosa Ranzen aussucht? Oder ein Mädchen eine Kurzhaarfrisur hat? Und wer weiß noch, dass vor etwa 100 Jahren die Farbe rosa, als das „kleine Rot“ den Jungen zugeordnet war?

 

Die Tanzperformance „Rock wie Hose“ hinterfragt spielerisch die „typischen“ Geschlechterzuschreibungen, dabei darf alles ausprobiert werden – Bewegungen, Klamotten, Frisuren, Requisiten – das Stück wirbelt alles einmal durcheinander. Der Breakdancer ist auf dem Cat-Walk auch mal ein „Girly“ und die Tänzerin spielt im Tanzring mit ihren Muskeln. Das Tanzstück will die Grenzen der gesellschaftlich festgeschriebenen Rollen durchlässig machen.

 

Mit Elementen aus dem zeitgenössischen Tanz, der HipHop-Battlekultur, dem Aikido- Stockkampf und einer Sound- und Musikcollage aus „echten“ Kinderstimmen werden die Rollenklischees kräftig durchgeschüttelt: eben, Rock wie Hose!

 

Célestine Hennermann und ihr Ensemble wurden mit dem Karfunkel 2015, dem Kinder- und Jugendtheaterpreis der Stadt Frankfurt, ausgezeichnet.

 

Im Anschluss an die Vorstellung werden die Kinder eingeladen, selbst auf die Bühne zu kommen, um das Gesehene physisch nachzuempfinden. Unter der Anleitung der Tänzer dürfen sie sich auf Bewegungen einlassen, nichts ist falsch, alles ist möglich. Dem tänzerischen Ausdruck der Kinder ist keine Grenze gesetzt. Es geht in erster Linie darum, dass Kinder überhaupt in Bewegung kommen und eine Idee bekommen, was es heißt selbst zu tanzen.

 

Foto: Célestine Hennermann