"Klaus Barbie" Düsseldorfer Schauspielhaus

Ein Monolog des NS-Verbrechers Klaus Barbie, gespielt durch den Schauspieler Andreas Grothgar.

 

Die Auseinandersetzung mit den Strukturen des Nationalsozialismus und den Motiven seiner Täter ist in Zeiten von zunehmendem Rechtspopulismus ungebrochen aktuell – auch mehr als 70 Jahre nach der Befreiung von Auschwitz und dem Ende des Zweiten Weltkriegs.

 

Klaus Barbie, Gestapo-Kommandant von Lyon, war einer von ihnen. Seine Biografie steht beispielhaft für deutsche Geschichte im 20. Jahrhundert. Die Taten, die der »Schlächter von Lyon« beging, sind in ihrer Grausamkeit und in ihrer Summe unvorstellbar: Morde, Entführungen, Erpressung, Folter. Nach dem Krieg floh Barbie wie viele andere Nazi-Größen über die sogenannte »Rattenlinie« nach Südamerika. Jahrzehntelang lebte er unbescholten als erfolgreicher Geschäftsmann in Bolivien und Peru und half mit seinem Wissen südamerikanischen Diktatoren bei der skrupellosen Verfolgung von Regimegegnern. Außerdem war er Agent des BND und lieferte Informationen aus erster Hand. Seit den 1970er Jahren war ihm das deutsch-französische Ehepaar Klarsfeld hartnäckig auf den Fersen. Aber erst 1983 wurde Barbie von der peruanischen Regierung nach Frankreich ausgeliefert, wo er vier Jahre später wegen zahlreicher Verbrechen gegen die Menschlichkeit verurteilt wurde.

 

Barbie zeigte auch in seinem Prozess weder Reue noch Mitleid mit seinen Opfern, Jahrzehnte nach seinen unfassbaren Taten – was zur Frage führt: Wie leuchtet man die Abgründe des Bösen aus, wie sieht das Psychogramm eines Täters aus?



Das Stück basiert auf dem preisgekrönten WDR-Hörspiel »Klaus Barbie – Begegnung mit dem Bösen« (WDR 5), das Regisseur Koppelmann ausgehend von den Recherchen von Peter F. Müller realisierte.

 

Bildrechte: Sebastian Hoppe