"Crossing the Lines" TANZMOTO DANCE COMPANY

„Crossing the Lines“ ist ein beispielhafter Querschnitt aus fünf Tanzstücken, die Royston Maldoom für professionelle Tänzer entwickelt hat. Royston Maldoom ist in erster Linie durch seine jahrzehntelange Arbeit mit Community Dance Projekten in Deutschland, Großbritannien und vielen anderen Ländern berühmt geworden – aber was nur wenige Kenner wissen: er hat seinen Ursprung als Choreograph für zeitgenössische und klassische Tanzkompagnien.

 

„Crossing the Lines“ besteht aus fünf Stücken, welche Royston Maldoom in verschiedenen Jahrzehnten an verschiedenen Plätzen der Welt choreographiert bzw. produziert hat:

 

„Time flies!“ / „Zeit rennt!“ wurde 1974 zum ersten Mal choreographiert für einen Tänzer der Ballett Kompanie von San Marcos in Peru. Aus der Faszination für die Musik von Igor Stravinsky „Drei Stücke für Klarinette solo“ mit unterschiedlichen Tempi und Stimmungen, hat Royston Maldoom mit mehreren Tänzern aus Großbritannien (u.a. am Northern Ballet Theatre) über viele Jahre hinaus ein Solo einstudiert. Als Duett choreographierte er „Zeit rennt!“ 2006 das erste Mal in Nord-Irland für zwei tanzbegeisterte Jungen. Im selben Jahr tanzten zwei Tänzer der TANZMOTO DANCE COMPANY das Stück im Forum Leverkusen. „Zeit rennt!“ ist eine Kooperation und Interaktion zwischen den Tänzern und der klassischen Klarinette und kann als Duett oder Gruppenstück mit bis zu 10 Personen aufgeführt werden Dauer: 4 min.

 

Über „Black Earth“, ein 8-minütiges Solo Stück, sagt Royston selbst: „Black Earth ist eine Hommage an alle Muslime, die mir mit großer Freundlichkeit begegnet sind auf meinen Reisen um die ganze Welt. Nicht nur in der Türkei, wo ich viele glückliche Momente hatte, sondern auch in Bosnien, Palästina und anderen Ländern“. Die eindrucksvolle Musik von Fazil Say wurde von einem der besten türkischen, klassischen Komponisten komponiert und die Choreographie wurde ursprünglich für das Ballett San Marcos in Lima, Peru im Jahre 2011 choreographiert.

 

„The Confession of Isobel Gowdie“ ist ein 25 minütiges Gruppenstück mit Musik von James MacMillan und ist der Erinnerung an die Frau gewidmet, die 1662 in Schottland als letzte wegen Hexerei angeklagt wurde. Royston´s Choreographie ist eine Fantasie, eine Ehre an alle Frauen, die in der Vergangenheit verfolgt wurden, weil sie für eine Gefahr für die Religion und die politischen Systeme weltweit gehalten wurden.

 

„Adagietto No.5“, Trio für zwei Männer und eine Frau zu der Musik von Gustav Mahler. Adagietto No. 5 ist eine physische Darstellung des Körpers, bei der enthüllende Positionen, verflochtene Hebungen und knifflige Manipulationen gezeigt werden. Außerdem werden akrobatische Elemente benutzt, um die unglaubliche Flexibilität und Kontrolle zu demonstrieren, die gleichzeitig sehr verführerisch wirken. Mit Adagietto versuchte sich Royston zum ersten Mal als Choreograph in den siebzigern bei dem Royal Ballet Open Workshop. Für das Stück erhielt er 1975 den ersten Preis der Bagnolet International Choreographic Competition in Paris und gleichzeitig erhielt er den „Fondation de France“ Preis für herausragende künstlerische Leistung. Das Stück wurde weltweit von vielen Kompanien getanzt, wie zum Beispiel vom bekannten Dance Theatre Harlem bei dem es für 30 Jahre im Repertoire blieb. Dauer: 10 Minuten.

 

Das letzte Stück an diesem Abend ist Royston Maldoom´s „Hook“, ein 8-minütiges Gruppenstück, sehr energiereich und unbeschwert. Es wurde für die Edinburgh Choreographic Project Tour neu gestaltet zur Musik von Graham Fitkin´s Album mit dem selben Namen. Der originale Titel des Stücks lautet „14 dancers in search of an idea“.

 

Für die Realisierung dieser Produktion und die anschließend geplante europaweite Tour hat Royston Maldoom die TANZMOTO DANCE COMPANY sowie den unterstützenden Verein TANZMOTO e.V. ausgewählt. Mohan C. Thomas, künstlerischer Leiter und Choreograph von TANZMOTO ist ein langjähriger Freund und Kollege von Maldoom. Er tanzte bereits in zahlreichen Stücken von ihm und assistierte erfolgreich in vielen seiner Projekte. Thomas nimmt die Position des Künstlerischen Leiters bei “Crossing the Lines" ein.

 

Die gegenseitige Kollaboration besteht inzwischen seit einem Jahrzehnt.

 

Die sehr aussagekräftigen Choreographien präsentieren eine tänzerisch höchst anspruchsvolle Technik und transportieren alle eine klare Botschaft an das Publikum, so dass auch ein neues Publikum schnell Zugang zu Zeitgenössischem Tanz finden wird.

 

 

Bildrechte: Paul Gardhoff

Motiv aus: “Confession of Isobel Gowdie”