Myanmar meets Europe: Burma Bebop

Seit 2010 besteht mit »Myanmar meets Europe«“ ein ein igartiger kultureller Brückenschlag zwischen dem südostasiatischen Staat Myanmar und NRW/Deutschland /Europa. Mit »Burma Bebop« begegnen sich die beiden Kulturen in einer ganz neuen Konstellation. Neben der Musik treffen hier zum ersten Mal die unterschiedlichen Tanzstile aufeinander.


In »Burma Bebop« verschmelzen birmanische Musik, Minimal, Elektronik und natürlich das, was wir in unseren Breiten noch immer Jazz nennen. Folklore, Bebop, Pop, Avantgarde, Improvisationsformen, neue Kompositionen aus beiden Welten, asiatische Marionettentanztradition und zeitgenössischer Tanz stehen so gleichberechtigt nebeneinander wie das skurrile Instrumentarium sowie die verschiedenen Sing-, Spiel- und Ausdrucksweisen und gehen ein spannendes neues Miteinander ein.


Das virtuos gespielte birmanische Hauptmelodieinstrument pat waing, ein kreisförmiges Ensemble aus 21 stimmbaren Trommeln, trifft auf elektronisch verfremdete Blockflöten 50 und Saxophon. Massive Bassgongs und bamarische Perkussionsinstrumente verschmelzen mit westlichem Schlagwerk, Kontrabass und elektronischen Klangteppichen.


In diesen Dialog der Kulturen haben sich während der letzten fünf Jahre über 20 Musiker und Künstler aus Myanmar, Deutschland sowie Frankreich, Italien, den Niederlanden, den USA und zuletzt China eingebracht. Projekte verschiedener Größenordnungen entstanden, genreübergreifende Formationen, kleine Besetzungen oder kühne Projekte (so z. B. 2014 eine Tournee mit 25 Künstlern durch die birmanischen Provinzen), stilistisch zwischen traditionellen und zeitgenössischen Musikformen. Auftritte bei wichtigen europäischen Festivals und Weltmusik-Treffen sind Belege für ein weit gefächertes Interesse an der Art und Weise sowie dem Unerhörten dieser Kooperation.


In den ersten Jahren lag der Schwerpunkt eher in der gegenseitigen »Erforschung«. Eine eigene musikalische Sprache entstand, das Vertrauen wuchs – und mit jedem Projekt, mit jedem Konzert wurde sichtbar, dass die vermeintliche Fremdartigkeit der birmanischen Musik durch das Zusammenspiel mit den westlichen Musikern am Ende des Abends verflogen war. Neben der singulären Optik der hsaing waing Instrumente ist es insbesondere auch der birmanische Tanz, der uns in den Bann zieht.