Simin Tander

Simin Tander zählt zu den erstaunlichsten Persönlichkeiten des jungen europäischen Jazz. Mit ihrer betörend zärtlichen und genauso expressiven Stimmenkunst baut sie Brücken zwischen abendländischem Jazz und arabeskem Vokalflug, zwischen Songwriting-Experiment, Chanson und intimer Ballade. In ihrem zweiten Werk zeichnet die Deutsch-Afghanin eine faszinierende Route zu ihrem nahöstlichen Erbe und in die Tiefe ihrer Seele: »Es ist eine Reise – zu mir, durch meine Gefühls- und Gedankenwelt und zu meinen afghanischen Wurzeln«, erklärt Simin Tander.

 

Die Songs der neuen CD »Where Water Travels Home« (Jazzhaus Records) sind kein gewöhnliches Roadmovie: Imaginär und verschlungen, dadurch umso bezwingender für den Hörer sind die Klangwege, die dieses Wasser nimmt, und statt dem Kompass des Kopfes wird hier vielmehr dem Pfad des Herzens gefolgt. Der Frage nach dem Woher und Wohin stellt sich die Tochter eines afghanischen Journalisten und Poeten nun als gereifte Sängerin mit ihrer zweiten CD, die sich als ein Meisterwerk improvisatorisch gefärbter Songschmiede offenbart. Sofort fallen die Songs mit den reichen Färbungen ihrer Vatersprache Paschtu auf, die sich Simin eigens für Vertonungen von Volksliedern und Gedichten erschlossen hat. Spielerisch zeigt sie sich mit Miniaturen in einer eigenen Fantasiesprache. Und dann sind da natürlich die grandiosen Stücke auf Englisch, die ein Spektrum von farbenreichen Mini-Suiten bis zu majestätisch gehauchten, melancholischen Balladen abdecken. Alle Regungen ihrer Seele vereinigt Simin Tander zu einem großen Wurf tiefer Gefühle und großartiger Klänge.

 

In der niederländischen Presse wird sie bereits seit Jahren als »außergewöhnliches Talent« gefeiert, erhält mehrere Auszeichnungen und wird mit ihrem niederländisch/deutschen Quartett zu internationalen Jazzbühnen, wie dem North Sea Jazz Festival (NL), Women In Jazz Festival (D), Jazzahead! Bremen (D), Catania Jazz Festival (I), Bohemia Jazz Fest (CZ), OCT LOFT Festival (CHN), Hong Kong Jazz Festival, Madrid Jazz Festival (SP) und kürzlich zum renommierten Jarasum Jazzfestival nach Südkorea eingeladen.

 

Bildrechte: Steve Brookland